Das Sängerheim wird barrierefrei

Der MGV Konkordia bewirbt sich als Herzensprojekt bei der Sitfutng der Volksbank Bruchsal-Bretten e.G. Bald können auch Sie darüber abstimmen, ob wir Unterstützung bekommen und das Sängerheim barrierefrei zugänglich machen können. Näheres zur Abstimmung erfahren Sie hier, sobald es Informationen gibt.

Zwischen 1995 und 1997 wurde das Sängerheim des MGV Konkordia Bad Mingolsheim 1882 e. V.  in Eigenleistung erbaut. Vom Fundamentaushub bis zum Decken des Dachs – die Mitglieder des Männerchores stampften ein dreigeschossiges Heim für die Konkordia-Familie aus dem Boden, das heute nicht nur Dreh- und Angelpunkt für den Verein, sondern Treffpunkt für den ganzen Ort ist.

In den Kellerräumen besprechen sich Vorstandschaften vom Gesangsverein bis zu den Aquarienfischzüchtern oder den Imkern. Im Erdgeschoss ist ein öffentliches Restaurant, in dem sich die Skat-Freunde zum „Karteln“ oder die Geburtstagsgesellschaft zum Essen trifft. Und im Sängersaal finden Jahreshauptversammlungen und Weihnachtsfeiern mit bis zu 150 Menschen (vor Corona) statt. Hier tagen Parteien aller politischer Couleur, hier tanzen die Bauchtänzerinnen nach der Gymnastikgruppe, hier singen die inzwischen fünf Gruppierungen der Konkordia und hier wird Hochzeit oder Erstkommunion im großen Stil gefeiert. Der Saal wird in Kürze mit dem innovativen virlight®-UV-C-Filtersystem ausgestattet, so dass auch in Pandemiezeiten ein unbeschwertes Singen, Feiern und Tagen für alle dort wieder möglich sein wird.

Leider ist das Vereinsheim (noch) nicht barrierefrei und so werden bei allen Events immer wieder Menschen ausgeschlossen, die in ihrer Mobilität eingeschränkt sind. Während das Kellergeschoß noch relativ problemlos über eine Lieferrampe erreichbar ist, müssen sechs Stufen überwunden werden, um in das Erdgeschoss zu gelangen. Zum Sängersaal führt nur eine Treppe, ein barrierefreies WC gibt es nicht.

Manche Vereine können sich nicht mehr im Saal treffen, weil ihre überwiegend älteren Mitglieder die Treppen zum Saal nicht mehr bewältigen können. Auch ältere Sängerinnen und Sänger mussten schon vor Corona auf ihre gewohnte „Singstunde“ und die sozialen Kontakte verzichten, weil es ihnen nicht mehr möglich war, zur Chorprobe im 1. OG zu kommen. Familienmitglieder im Rollstuhl müssen  händisch hochgehievt werden oder bleiben von wichtigen Familienfeiern – von der Taufe bis zum Leichenschmaus – ausgeschlossen.

Nun soll das Sängerheim dem demografischen Wandel angepasst und im Rahmen der Inklusion allen Menschen vollumfänglich zugänglich gemacht werden.

Dafür hat der Verein einen dreistufigen mehrjährigen Ausbauplan entwickelt.

  • Stufe 1 – Mit einem Hublift vom Straßenniveau zum Erdgeschoss wird an der Terrassen-Treppe der unbeschwerte Zugang für Rollstuhlfahrer und Menschen mit eingeschränkter Mobilität zum Erdgeschoss ermöglicht.
    Mit dieser ersten Stufe bewerben wir uns bei der Volksbank Bruchsal-Bretten als Herzensprojekt.
  • Stufe 2 – Ein barrierefreies WC im Erdgeschoss macht das Sängerheim noch gerechter für alle Menschen. Hierzu ist ein bedeutender Umbau im WC-Bereich nötig. Eine bessere Möglichkeit für das Wickeln von Babys und Kleinkindern trägt zudem zur erhöhten Familienfreundlichkeit bei.
  • Stufe 3 – Mit einem Innenlift wird der barrierefreie Zugang vom Erdgeschoss zum Saal im OG gewährleistet. Auch hierfür wird ein größerer Umbau inklusiv Deckendurchbruch und Raumanpassung nötig werden.

Kosten fallen in der Stufe 1 an für

  • den sicheren und behindertengerechten Hublift
  • die Anpassung der Terrassentreppe und des -geländers
  • den Umbau der Türschwelle ins Lokal
  • eine Klingel, damit Menschen bei Bedarf die Nutzung des Hublifts oder zusätzliche Unterstützung anfordern können.

Die Belange behinderter Menschen standen beim Bau des Vereinsheim in den 1990er Jahren noch nicht im Vordergrund. Man war damals froh, dass man das Sängerheim überhaupt bauen und einigermaßen mit eigenen Mitteln finanzieren konnte. Die Konkordia hat umsichtig gewirtschaftet und konnte das Haus vorzeitig abbezahlen. Bereits 2014 gab es einen Vorstoß, einen Außenlift anzubauen. Dies scheiterte jedoch an einem geeigneten Standort, behördlichen Auflagen und dadurch erhöhten Kosten.

Der Verein will durch den barrierefreien Ausbau des Sängerheimes die Teilhabe von benachteiligten Menschen am gesellschaftlichen Leben und die Integration von Menschen mit Behinderungen ermöglichen.

Auch wenn der Verein in der Corona-Pandemiezeit empfindliche finanzielle Einbußen durch den Wegfall aller Konzerte und Veranstaltungen hinnehmen muss, ist die Durchführungen dieses Projektes dem Verein ein sehr wichtiges Anliegen. Dem Verein ist bewusst, dass er erhebliche finanzielle Anstrengungen z.B. bei der Erwirtschaftung von Eigenmitteln leisten muss. Durch Spenden von Vereinsmitgliedern, Firmensponsoring und -spenden, Eigenleistungen und der Suche nach weiteren Fördermöglichkeiten will der Verein die Kosten des dreistufigen Projektes auffangen. Langfristig rechnen wir mit Gesamtkosten über 50.000 Euro. Für Ihre Unterstützung danken wir Ihnen daher sehr herzlich – auch im Namen jener Menschen, deren Zugang zum Sängerheim Sie dadurch ermöglichen.

Nadia Ries
MGV Konkordia 1882 Bad Mingolsheim e. V.